Skelette in der Wüste

Die Bilder gehen regelmässig um die Welt, wenn man menschgemachte Naturkatastrophen darstellen will.

 

Auch ich hatte diese Bilder gesehen und wollte es unbedingt selber sehen.

 

Der Aralsee, war einer der grösten Süsswasserseen der Welt. Er liegt zwischen Usbekistan und Kasachstan. Mit einem riesigen Fischbesatz, einer Fischereiflotte und verarbeitenden Betrieben in den Städten am Ufer. Ich will euch nicht mit Zahlen langweilen, aber die Fangmengen waren gross. 

Der See hatte etwa die Grösse von Bayern und wurde von 2 Flüssen  gespeist. Der Amudarja im Süden (UZB) und Syrdarja im Norden (KAZ). 

 

Neben Gas und Öl ist Usbekistan einer der weltgrössten Anbaugebiete von Baumwolle. Für die Produktion von 1kg Baumwolle werden im Schnitt 11.000 l Trinkwasser (virtuelles-wasser.de) benötigt. In den 1960er begann man nun dem Amudarja für den Baumwollanbau immer mehr Wasser zu entziehen. Der See begann zu schrumpfen und hat jetzt noch etwas 15% seiner ursprünglichen Grösse. Der Amudarja erreicht den See nicht mehr ...

 

Mein Besuch sollte dem Schiffsfriedhof von Moynoq gelten. Der kleine Ort Moynoq hatte einmal besagte fischverarbeitende Industrie und ist jetzt ein gottverlassener Platz in der Wüste. Weder die Vegetation noch irgend ein anderes Zeichen lässt auf einen See schliessen. Ahh doch... Das Wappen der Stadt.

 

Wenn man an das Ufer tritt ist es ein sehr deprimierender Moment. Man sieht wo das Ufer war. Es geht dort mehrere Meter tief runter und unten liegen dann ein paar alte verrostete Fischerboote im Sand. Und so weit man sieht: Wüste. 

Das eigentliche Wasser ist ca 200km weit entfernt und inzwischen so salzig, dass der Fischbestand nicht mehr existiert.

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Uli (Mittwoch, 12 Juli 2017 09:42)

    Hey, schön wieder von Dir zu lesen :-) Wahnsinn Deine Bilder und das Schicksal vom Aralsee. Für mich sieht das so unwirklich aus, dass ich es kaum glauben kann, dass Hollywood mal nicht seine Finger im Spiel hatte! Vorallem wenn ich sehe, dass es Jahrzehnt für Jahrzehnt immer weniger wurde... ohne Gegenmaßnahmen... muss ich das verstehen?
    Auf jeden Fall finde ich es super spannend mit Dir oder durch Dich die Welt zu entdecken! Bitte weiter so.... :-*

  • #2

    Jürgen (Mittwoch, 12 Juli 2017 15:24)

    Hallo Rosto,

    find´s auch toll wieder von dir zuhören. Hätte man die stummen rostbraunen Zeitzeugen verschrottet, würde man sich das so vorstellen können? Mach weiter so, ich lese gern deine Berichte.
    Glück Auf

  • #3

    Cristina (Donnerstag, 13 Juli 2017 09:39)

    Endlich.....ce ne facem noi cu mana noastra, catastrofa ! Trebuie sa-ti spun ca pozele cu vacile prin nisip pt. mine f. sugestive sant. Merci si daca ma vezi pe skype si ai chef de trancaneala ..suna...pup C

  • #4

    Thomas (Donnerstag, 13 Juli 2017 10:14)

    Endlich geht`s weiter...
    Danke für den Bericht und die tollen Bilder.
    Ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern: die damalige Version des "Diercke Weltatlas" hatte schon eine Vergleichskarte vom Aralsee worin das Schrumpfen schon gut erkennbar war. Aber dass er mal komplett austrocknet, das hätte ich nie gedacht... schon traurig, dann diese Bilder zu sehen.