Xiva

Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, als meine Mutter vor Ewigkeiten einen "Perserteppich" kaufen wollte. Da tauchte dieser Name das erste mal auf und ist seither auch fest in meinem Gedächtnis geblieben: Buchara)

Doch wo das war wusste ich nicht... irgendwo im Orient, Marco Polo, Sindbad, Bagdad und 1001 Nacht hatten irgend was damit zu tun....

 

Inzwischen bin ich um einiges älter hätte aber hätte bis vor einiger Zeit Buchara, Samarkand und wie weiteren Städte hier nicht genau zuordnen können.

Eigentlich eine Schande, denn es sind wirklich die Perlen Zentralasiens.

 

Aber fangen wir mal vorne an. Nach den wenig berauschenden Fahrtagen in der Wüste erreichte ich Xiva (Khiva). Die Stadt liegt im südlichen Teil Usbekistans und grenzt fast an Turkmenistan. Ursprünglich war diese Oasenstadt ein Handelsplatz zwischen Indien und dem Orient. Die Stadt ist irgendwann im 8 Jahrhundert gegründet worden, hatte ihre Blüte aber im 13./14. Jahrhundert als Handelszentrum und Sklavenumschlagplatz.

 

Bei meiner Planung hatte ich die Stadt gar nicht so richtig auf dem Plan. Bis mir Claudia und Andreas davon erzählt haben und es mir ans Herz gelegt haben. 

 

Der Platz, der auch meine Erinnerungen an diesen Ort, beeinflusst hat ist das "Lali Opa Guesthouse" und die 3 Brüder die es betreiben. 

Unter den Motorrad- und Fahrradreisenden besteht eine sehr gute Kommunikation und "Empfehlungskultur" was Unterkünfte betrifft. So war das Lali Opa auch eine Empfehlung. Ein nettes Haus mit dem Namensschild und einem tollen kleinen beschatteten Garten. 

Als ich vorgefahren bin werde ich mit Handschlag und einem Tee begrüsst, als ob ich ein lange erwarteter Freund bin. 

Ich bekomme ein schönes Zimmer mit Klima und eigenem Bad meine Maschine darf im Hof unter das Dach.

Hier fühle ich mich wohl.

 

Das Guesthouse selbst ist direkt vor der alten Stadtmauer gelegen. Keine 2 Gehminuten vom Westtor. 

Sobald man durch dieses Tor in die Altstadt geht, betritt man eine andere Welt. 

Xiva ist aussen eine durchschnittlich graue postsovietische Stadt mit Verkehr, Lärm, etc.

Innerhalb dieser Mauern aber ist es wie in 1001 Nacht.....

Seht selbst!

 

 

Ein weiteres Phänomen ist ab hier zu beobachten. Es ist ein Trichter. Nein, nicht geographisch. Ich meine die "Reisebewegung".

 

Es gibt ganz viele Wege um hierher zu kommen. Über Russland, Aserbaidschan, Turkmenistan, Landweg oder Flugzeug. Aber ab hier gibt es eigentlich nur eine Route, die jeder nehmen will der hier her gekommen ist. Die Städte der Seidenstrasse und den Pamir. Danach, ab Osch in Kirgistan, öffnet sich der Trichter wieder Richtung Russland, Kasachstan, Mongolei, China, ... und die Leute verstreuen sich.

 

Warum hole ich denn jetzt so aus? Weil ich bisher kaum anderen Reisenden begegnet bin. Ab Xiva ändert sich das total. Man lernt Leute kennen, die einen auf der Reise immer wieder begegnen werden, mit denen man zusammen reist und mit denen man auch danach Kontakt hält.

Weil ich ein paar Tage geblieben bin habe ich sehr viele Leute kennen gelernt oder wieder gesehen. 

Hier einen ganz herzlichen Gruss an Anel (F), Sorin (RO), Pat und Frank (AUS), Uwe und Uwe (D), Jelena und Igor (HR), Viktor und Nikolai (RUS), Tess und Gert (B), Marie-Helene und Jo (F) und alle anderen Reisenden, die ich dort getroffen habe ...

 

Man merkt, dass man nicht der einzige Bescheuerte ist der so eine Reise macht. Jeder hat seine eigene Geschichte, Beweggründe und Ziele. Man schnackt, tauscht sich aus, vergleicht GPS Koordinaten von Werkstätten, Unterkünften und Zeltplätzen, tauscht Kontakte aus und hat einfach eine tolle Zeit mit Gleichgesinnten.

 

Mit Marie-Helene und Jo sollte meine Reise für einige Zeit zusammen weiter gehen... 

Aber erst mal wollte ich mir das Zeugnis eine der grössten Umweltkatastrophen anschauen, die der Mensch angerichtet hat ...

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Birgit und Ignatz (Montag, 24 Juli 2017 20:17)

    Sehr schöne Eindrücke aus 1001 Nacht.
    Weiterhin gute Reise auf deinem "fliegenden Teppich" wünschen
    Birgit und Ignatz