Wüste - Monotonie und Hitze

Unendlich grosse Sanddünen, die Sonne brennt unbarmherzig von oben herab, die Luft flimmert, eine faszinierende Aussicht über dieses Dünenmeer...

Klar, wenn man in Mauretanien wäre.

 

 

Die Wüste oder eher die Kasachische Steppe im Süden des Landes zeigt sich da doch anders. Aber kommen wir auf die Reisewarnung meines Fahrers zurück. 

 

Ja, der Mann wusste wovon er sprach. Nach der Wolga und einem Nebenfluss, den man auf eine alte militärische Ponton-Brücke queren muss geht es Richtung Grenze. Wasser und Kekse einkaufen, volltanken, Papiere sortieren, Kugelschreiber herauslegen,... fertig. Wenn es wieder 4 Stunden dauert wie bei der Einreise dann will ich gut gerüstet sein.

 

20 Minuten später ist der russische Teil erledigt. Super freundlich, professionell, immer mit einem Lächeln, so kann es weiter gehen.

Auf der kasachischen Seite das gleiche. Klare Laufzettel, 3 Stationen, prüfen, abstempeln, fertig ... Klasse!

 

Vor mir steht ein holländischer Mercedes, ein älteres E Modell mit starker Maschine mit allen Schnick-Schnack. Ein paar Jungs aus Rotterdam, die sich den Wagen für diese Tour gekauft haben. Super Gesellschaft neben dem französischen Paar im T4 Bus, denn nach dem wir in Kasachstan sind dauert es länger. 

 

Wer solche Grenzen kennt, wird nicken. Man ist kaum durch, da wird man bestürmt von irgendwelchen Leuten mit riesigen Geldbündeln. "Mister, Mister, Money, Money,..."

Erste Bürgerpflicht: Ruhe bewahren. Klar brauchen wir alle kasachisches Geld, aber hier an der Grenze wird man eher unterdurchschnittlich wechseln können.

Darüber hinaus muss man versuchen heraus zu bekommen in welchen der Wellblechhütten, die dort stehen und alle nach nix aussehen, die begehrte Haftpflichtversicherung zu bekommen ist. 

 

Ohne losfahren... keine gute Idee. 500m später steht die Staatsgewalt und kontrolliert. Ich will jetzt nicht behaupten, dass die sich alle kennen ...

 

Aber wir sind ja jetzt in Asien und da dauert es ein wenig länger mit der Versicherung. Stromausfall bei 35°C. Also ab in den Schatten, den T4 begutachten, viel Wasser trinken und warten ... 

1 Stunde später Aufruhr, Strom ist da. Wir können alle weiter.

 

 

Und dann kam die schlechteste Strasse die ich je gesehen habe. Ihr kennt ja dieses Zeichen ?! 

Aber mit einem 30km Schildchen darunter? Nun ja die Strecke ist ca 300km lang und die 30km Schildchen kommen regelmässig. Man wäre ja versucht noch mal zurück zu fahren und beim ersten eine "0" dazu zu malen *lol*

 

Das Wappentier des Bauingenieurs war die Schlange, oder wir haben hier ein nicht zugeordnetes Werk von Friedensreich Hundertwasser.

Die Strasse schlängelt und wellt sich in alle Richtungen. Schlaglöcher von Handgross bis Badewannengross, alles da. Der Asphalt ist wohl in der Hitze geschmolzen und hat unter dem Gewicht der LKW Längs- und Querrillen bekommen, die eine PKW Bodenfreiheit nicht mitmacht. Frag mal die Holländer im Mercedes.

 

Ich habe davon leider keine Fotos :(

  

Nach einer Nacht im lokalen Gran Hotel in Atyrau, ging es dann wieder erwartend auf einer fast perfekten autobahnänlichen Strecke weiter. Fahrerisch also keine Herausforderung, aber diese Monotonie...

 

Es ist fast so als ob man 8 Stundenlang eine Postkarte vorgehalten bekommt. Zum Glück dreht sich die Kilometeranzeige, aber sonst ändert sich fast nix. Also hält man auch an um Kamele zu fotografieren oder ein Nickerchen in einer Blechbushalte zu machen. Die Temperatur ist irgendwo in der Mittdreissigern doch die Luft ist trocken und es ist auszuhalten.

Mein Wasserbedarf geht hoch auf 4-5 Liter am Tag, ohne dass man austreten muss. 

 

Am Abend schliessen die Holländer wieder auf, die noch ein paar technische Probleme lösen mussten und wir haben einen tollen Abend zusammen. 

  

Aber diese Monotonie ....

 

Am nächsten Tag soll es dann nach 90 Kilometern über die usbekische Grenze gehen. 

 

 

Usbekistan ... kein Benzin, keine Tankstellen, kein Geldautomat, unberechenbare Polizeikontrollen, ... das kann noch lustig werden. 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sunny KA (Montag, 12 Juni 2017 20:41)

    Grins, ab sofort keine Beschwerden mehr über Schlaglöcher in Karlsruhe. Versprochen!!!

  • #2

    Mario (Freitag, 16 Juni 2017 19:29)

    Das Schild heisst doch "Achtung, Kamele", oder nicht?
    In den zentraleuropäischen Gefilden sind damit dann meist die 2-beinigen gemeint ;-)
    Leider gibt es auf unseren heimischen Strassen mehr Kamele als Schilder :-D

  • #3

    Cristina (Sonntag, 02 Juli 2017 16:03)

    Amarate camilele alea.....cele vazute de mine in Egypt aratau mai bine !
    Ha ha cu Schlaglöcher in Karsruhe....la Berlin a plouat 200l pe metru patrat si a spalat asfaltul....pivnite pline de apa si la noi din pacate...unii inotau pe strada, au scos barcile pneumatice, aventuri serioase...acum pe bune, sper sa ai parte de drumuri mai bune si sa nu mai fierbi de caldura! Pup Tusa