Schönheit an der Wolga

Grosse Städte an der Mündung von grossen Flüssen haben meistens eine sehr bewegte Geschichte hinter sich und haben einen besonderen Charme. So auch Astrachan... 

 

Die Stadt Astrachan wurde 1558 an dieser Stelle erbaut, nachdem ihr Vorgänger niedergebrannt wurde. Der Ort an der Mündung der Wolga ist seit dem 6.Jhd als Umschlagplatz von Gütern bekannt und ist mehr oder weniger der Beginn der Seidenstrasse nach Zentralasien.

 

Ich traf Eric, einen französicher Motorradreisenden, auch er auf dem Weg in die Mongolei, an der Wolga zwischen Wolgograd und Astrachan. Er war der erste mit einer voll bepackten Maschine, den ich seit einiger Zeit gesehen hatte. 

Also wie es so Brauch ist, man hält an, tauscht sich aus, trinkt einen Kaffee,... und bildet für einige Zeit eine kleine Reisegemeinschaft. 

Er war auf dem Weg nach Astrachan, ich wollte erst über die Wolga übersetzen und dann nach Bogdo fahren. Einen Berg mit einem buddhistischen Tempel.

Nach einer etwas abenteuerlichen Dorfdurchfahrt kamen wir zum "Anleger". 

Die Barkasse die uns rüber bringen sollte erwies sich als ziemlich verrostete Plattform, die von einem Boot geschoben wurde. Der TÜV hätte sich gefreut ;)

 

Aber der Chef wollte nicht mehr für heute, also Pläne umschmeissen und mit Eric nach Astrachan fahren. 

 

 

Manche Hostels die man erwischt sind nicht der Rede wert, aber "Semeyniy Hostel" war echt ein toller Platz. Super sauber und wir hatten ein Zimmer für uns. Was mich auf dieser Reise bisher immer auf die Palme gebracht hat wurde hier ein wenig relativiert. Nämlich wieviele Leute kein Englisch sprechen. Dieses mal wurde ich freudig überrascht :)

 

Ein schöner Abend bei einem wunderbaren Sonnenuntergang an der Wolgapromenade. Diese Stadt gefällt mir. Also bleibe ich noch ein wenig.

 

 

Eric muss sich am nächsten Morgen verabschieden und ich mache einen weiteren Versuch nach Bogdo zu kommen. Leider erfolglos.

 

Das Hostel ist recht abgelegen und ich habe eine tolle Empfehlung: das kleine "Hotel Centr" direkt in der Nähe des Kremel.

Süsses kleines Hotel mit 10 Zimmern und ein paar sehr engagierten Damen. Nicht mehr die alten Damen, die es früher geschmissen haben, aber sehr nett.

 

 

In Rumänien habe ich es nie geschafft das Donaudelta zu sehen. Aber so oft komme ich wohl nicht mehr an die Wolga, also muss es hier sein.

Dennis, der Hotelmanager, der fliessend englisch spricht organisiert mir eine private Delta Bootstour für einen guten Preis. 

 

Am nächsten Morgen werde ich nach einem guten Frühstück abgeholt und es geht erst mal mit dem Auto an die Wolga. Im Auto ist es witzig, der Fahrer lernt gerade mit seiner 4-jährigen Tochter zusammen English und meine paar Sätze Russisch und unsere Handys machen eine tolle Unterhaltung möglich. Ich bin immer wieder begeistert was geht, wenn man nur will.

 

Am Ufer der Wolga werde ich von einem braungebrannten, wortkargen aber sehr herzlichen Fischer abgeholt. Sergej hat wahrscheinlich selber mit Fotografie nichts am Hut, aber er ist schon genug Leute gefahren und weiss worauf es ankommt. Auf dem Wasser ist es angenehm kalt, die Innenjacke meiner Rukka Jacke ist die perfekte Freizeitjacke für solche Unternehmungen.

 

Zwei Stunden fahren wir auf dem Delta hin und her, versuchen uns gegenseitig auszustechen wer welchen Vogel zu erst sieht. Sergej weiss wo er gucken muss und geht rechtzeitig vom Gas, so dass die Tiere recht lange auf ihrem Platz bleiben.

Die Vielfalt ist toll. 

 

Am Ende der Tour, rechtzeitig zum Abendessen, geht es an die "Fischer-Lodge". Anders kann man die liebevoll gestaltete Anlage nicht nennen. Zur Begrüssung gibt es am Anleger wieder "Stiefel-Schnaps" mit Kaviar. 

Das Mittagessen ist lecker und man kann sich entspannen. So ist also Abenteuerurlaub mit dem Motorrad in den Osten...

  

Ein anderer Fahrer nimmt mich dann wieder mit zurück. Er hört sich an wo ich hin will und warnt mich vor der Strecke nach der Grenze zu Kasachstan. Nee, bitte nicht schon wieder so eine Reisewarnung, die weder Hand noch Fuss hat. Immer ist das Nachbarland böse und alles schlechter ...

 

... Oder diesmal vielleicht doch ???

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Thomas (Mittwoch, 07 Juni 2017 12:33)

    Tolle Bilder und schöner Blog. Ja, auch in Russland könnte man Urlaub machen...
    Und alles Gute für Usbekistan ;-).

  • #2

    Nesthaken (Sonntag, 25 Juni 2017 10:22)

    Die Schwäbisch Hall Unicorns hätten sich gestern über diese Einhörner gefreut.
    Aber sie hatten tatsächlich ein eigenes dabei :-)

  • #3

    Cristina (Sonntag, 25 Juni 2017 17:46)

    Bonjour, am venit din marea aventura...am fost la Heidelberg...multe sarutari de la Sinja si Thomas. Delta lor seamana cu a noastra, te pupam si noi si drum bun mai departe. Tusa