Stalingrad - Massengrab

"Noch in tausend Jahren wird jeder Deutsche mit heiligem Schauer  von diesem Kampf in Ehrfurcht sprechen! 

So hatte am 30.Januar 1943 Herman Göring Deutschland auf den Verlust der Schlacht von Stalingrad vorbereitet. Doch da war alles schon längst geschehen.

 

 

 Ich denke jeder von uns verbindet den Namen Stalingrad mit einer der grössten und bedeutendsten Schlachten und einem Wendepunkt des 2. Weltkrieges. Doch hier bekommt das Wort "Schlachten" gleich eine hässliche Zweideutigkeit.

 

Im September 1942 befahl Hitler die Einnahme der Stadt, die seit 1925 den Namen Stalins trug. Sicher auch ein Symbolischer Grund, aber hauptsächlich ging es um die strategische Position dieser Stadt an einer sehr engen Stelle des Flusses Wolga. 

Darüber hinaus produzierte die dortige Schwerindustrie viele wichtige Rüstungsgüter. So kam in der 2. Hälfte des Jahres 1941 jeder zweite T-34 Panzer aus den Werken in Stalingrad.

 

Der Befehl die Stadt zu nehmen und der Gegenbefehl Stalins, die Stadt um jeden Preis zu halten, mündete in einer Kesselschlacht mit insgesamt ca 700.000 Toten auf beiden Seiten.

 

Die Stadt Wolgograd, wie die Stadt 1961 umbenannt wurde gedenkt ihrer Gefallenen und der Symbolkraft dieser Schlacht an vielen Stellen. Zwei davon sind aber zu erwähnen.

 

Zum einen Die Mutter Russland auf dem Mamajew Kurgan (Hügel), im Krieg die schwer umkämpfte Höhe 102. Es ist eine beeindruckende Statue von unglaublicher Dominanz. Sie ist mit 85 m Höhe die höchste frei stehende Statue der Welt und wiegt unglaubliche 8000 Tonnen.

Unterhalb der Statue ist das Ewige Feuer mit Ehrenwache und den Namen von zigtausend gefallener Rotarmisten.

Diese Gedenkstätte ist in Russland noch sehr lebendig und man sieht nicht selten Menschen, die Blumen zum Ewigen Feuer oder den zahllosen Gedenksteinen bringen.

 

 

Ein weiterer Gedenkort zur Schlacht von Stalingrad ist das Kriegsmuseum Panorama. Es ist eine Mischung aus Militärmuseum, Gedenkstätte und daher kommt der Name, eines 360° Panoramagemäldes des Schlachtgeschehens. Es ist sehr im sowjetischen Stil und ein Produkt der Zeit in dem es entstand.

 

Von der Stadt ist am Ende dieser Kesselschlacht nichts mehr übrig geblieben. Das moderne Wolgograd hat darum keinen historischen Kern, sondern wurde am Reissbrett mit imposanten Gebäuden und breiten Chausseen gebaut.

 

 

Doch nun genug der Geschichte, denn ich hatte hier eine sehr positive Begegnung und habe tolle Menschen kennen gelernt.

Auf einer Community Seite des Horizon Unlimited Forums hatte ich nach Kontakt hierher gesucht. Dann hiess es nur ich soll mir keine Sorgen machen, alles geklärt. Ich soll an eine bestimmte Adresse kommen, schwarzes Tor, ich werde erwartet, alles ok!

Aha!

 

 

Und genau so war es, seit dem Moment habe ich fast täglich neue Biker aus der lokalen Szene kennen gelernt. 

Wir sind eine kleine Runde durch die Stadt gecruised, waren noch ein paar Dinge im lokalen Motorrad Laden einkaufen und haben uns die Sehenswürdigkeiten angeschaut.

 

Eines Mittags waren wieder ein paar Jungs da und auf einmal hiess es ich wäre zu einer typischen russischen Sauna eingeladen.

Da es nun wirklich nicht warm war, dachte ich. Na klar. Also los.

Man muss nun wissen, dass Wolgograd etwa 40km lang ist! Also sind wir nur in einen Vorort gefahren, aber das hat ewig gedauert. Am Wochenendhaus einer der Jungs war das Ziel erreicht. Und natürlich gab es Stiefelbier... nee Stiefel- Samogon, Selbstgebrannter ;) Das kann ja heiter werden ...

 

Die Party war klasse, die Banja heiss, das Essen lecker und die Gesellschaft und die Gastfreundschaft klasse!

  

Mein Ziel war es unter anderem auch den Regen auszusitzen. Aber es wurde einfach nicht besser. Also musste ich bei Nieselregen weiter. Ich werde das russische Wort für Regen nie mehr vergessen ;) !

Also letzte Anweisungen auf der Karte und los.

 

 Ein Kapitel hatte ich für mich noch nicht ganz abgeschlossen. Stalingrad. Und dazu wollte ich unbedingt auf den deutschen und rumänischen Soldatenfriedhof. Er liegt in einem Dorf namens Rossoschka, ausserhalb der Stadt.

Der Platz ist sehr schlicht angelegt, und ist neben dem rumänischen Friedhof und einem deutlich aufwändigerem russischen  Soldatenfriedhof.

 

Auf diesem Friedhof werden nach und nach kleinere Soldatenfriedhöfe der Front zwischen Rostow an Don und Stalingrad zusammengelegt. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind werden hier 50.000 gefallene Landser ruhen. Die Namen von weiteren 120.000 Vermissten stehen auf den Steinblöcken.

 

  

Der Ort strahlte auf mich im Nieselregen eine unglaubliche Ruhe aus. Für mich persönlich ein würdiger Abschluss unter einer jahrelangen Faszination mit diesem Ort. 

 

Glück ab, Kameraden!

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Kommentare: 5
  • #1

    Walli (Mittwoch, 24 Mai 2017 20:44)

    Tolle Eindrücke u. tolle Bilder Rosto. Man fühlt quasi mit �

  • #2

    Uli (Freitag, 26 Mai 2017 20:11)

    Hmmmm, diese Schaschlikspieße.... :-P Deine Beschreibungen und Bilder lassen mich so richtig miterleben! Und ganz nebenbei werde ich auch noch klüger... zumindest was den Geschichtsunterricht betrifft!!! Unglaublich. Aber diese Spieße.... ich glaube ich hab noch Hunger......

  • #3

    Tusa Cristina (Sonntag, 28 Mai 2017 12:43)

    Bieti baieti...oameni tineri, care au murit...eu nu pot sa pricep la ce a folosit sa ne luam de par, imi inchipui ca te-ai gandit si la bunicul tau Neagu, care nu si-a parasit pacientii ! Ce om, ce curaj !

  • #4

    Sunny KA (Montag, 12 Juni 2017 20:28)

    Ich glaube, Du bist genau da angekommen, wo Du hinwolltest: Du triffst neue Menschen, bist an Orten, die Dir etwas bedeuten und ab und an gibt es etwas Selbstgebranntes :) Sehr schön!!!

  • #5

    Nesthaken (Sonntag, 25 Juni 2017 10:15)

    Ja der Schaschlik, den hätte ich auch gern gegessen.
    Schade dass die Menschheit aus ihrer Geschichte nichts lernt...