Und aus der Tiefe ...

Ich döse so vor mich hin, wie der Rest um mich herum auch.

Es rattert und schüttelt, nicht zu laut und aufdringlich aber genau richtig um einzuschlummern. Manche haben die Augen zu, andere tippen auf ihren Smartphones herum, in einer Ecken knutscht ein Pärchen ungeniert ....

 

 

Auf einmal gehen die Türen auf und alles stürmt heraus. Von der Ruhe gerade eben ist nix mehr zu spüren. Alle ziehen ohne einen Blick nach rechts oder links wie eine grosse Herde in die gleiche Richtung, schnurstracks durch die grossen, reich verzierten Hallen, zur Rolltreppe, ordnen sich sehr diszipliniert ein und fahren in die Höhe.

 

Nein, das ist nicht die Szene der Neueröffnung eines neuen Kaufhauses. Es ist die tägliche Routine in der Moskauer Metro.

In den 1930ern erbaut, ist es DIE Lebensader Moskaus.

 

 

Das erste mal als ich vor ein paar Tagen hier herunter gefahren bin, habe ich nicht diesen Laufschritt der Einheimischen drauf gehabt. Ich habe nur gestaunt. Die Rolltreppen sind deutlich steiler als die, die wir gewohnt sind und gehen auch sehr viel tiefer. Die tiefste hier ist scheinbar über 100m tief. Die meisten Röhren liegen bei ca 70m Tiefe.

 

Die Bahnhöfe an der Oberfläche sind ganz unterschiedlich gestaltet. Manche wie alte Tempel andere Top modern, aber die Schönheit liegt unten. Jeder Bahnhof ist unten mehr oder weniger gleich aufgebaut. Eine sehr lange Halle, die an ein Kirchenschiff erinnert. Durch die Bogendurchgänge recht und links kommt man jeweils zu den Gleisen der gleichen Linie. 

 

Und genau diese Hallen haben es in sich. Jede ist anders gestaltet und manche davon sind einfach wunderbar. Ich traue mir nicht zu es zu beschreiben, schaut euch darum einfach die Fotos an.

 

Die Einheimischen, wie überall in der Welt, sehen diese Sachen selber nicht mehr. Wenn ich staunend nach oben geguckt oder fotografiert habe, dabei natürlich den Passanten im Weg rumstand, habe ich einige Russen entdeckt die meinem Blick gefolgt sind und sie zum Lächeln brachte. 

 

 

Die Moskauer sind zu recht sehr stolz auf ihre Metro. Mit dem Leben, Blut und Schweiss unzähliger frei- oder unfreiwilliger Arbeiter gebaut. Das weiss und erkennt aber niemand mehr wenn er vor dem Ergebnis steht.

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Andrea (Mittwoch, 17 Mai 2017 06:44)

    Jetzt steht Moskau auch auf meiner Wunschliste. Danke für die tollen Bilder, diese Metro macht sprachlos.....
    Dir lieber Rosto noch einen schönen Aufenthalt dort und eine gute Weiterreise und dem Carsten eine gute Heimreise.
    GGLG Andrea

  • #2

    Alwin (Donnerstag, 18 Mai 2017 00:06)

    Na das sind ja Bilder von der Karlsruher U-Strab!...oder?!
    Dir scheint es gut zu gehen, das freut mich sehr!
    Weiterhin gute Fahrt und bis "bald" !
    Es grüßt die Volksgarage!

  • #3

    Sunny KA (Donnerstag, 18 Mai 2017 11:02)

    Bitte einmal zurückfahren und auf dem Flohmarkt den Schallplattenspieler einkaufen :)

  • #4

    Walli (Donnerstag, 18 Mai 2017 19:23)

    Super schöne Bilder Rosto. Gerne weiter so �. Freue mich schon �
    Gute Fahrt und trockenes Wetter.

  • #5

    Uli (Freitag, 19 Mai 2017 10:18)

    Wow, hast Du das eindrucksvoll beschrieben.... habe sogar kurzzeitig gedacht, ich kann das Rattern & Klappern hören, die verbrauchte, stickige, vielleicht auch rußgetränkte Luft riechen.... wusste bisher nichts von diesen unterirdischen Schönheiten!!! Bin hin und weg....

  • #6

    Uwe Z. aus Potsdam (Mittwoch, 24 Mai 2017 12:06)

    Hallo Rosto,
    habe deinen Start ganz verpasst und nun nicht schlecht gestaunt, dass du schon in Moskau bist.
    Sehr interessant deine Beschreibungen und Bilder. Mach weiter so!
    Wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Spaß.
    Uwe